Gewinner 2016 | fiabci

Am 4. November 2016 wurden die Gewinner des FIABCI Prix d´Excellence Germany 2016 während einer feierlichen Preisverleihung im Berliner Ritz Carlton bekannt gegeben.

Aus den Bewerbungen aus 18 Städten wurden folgende Projektentwicklungen in den Kategorien Gewerbe und Wohnen mit dem FIABCI Prix d’Excellence Germany Award ausgezeichnet:

Gold Gewinner / Kategorie Gewerbe: Neue West, Berlin

Projektadresse: Potsdamer Strasse 91, 10785 Berlin
Architekt: AHM Architekten BDA
Projektentwickler: ANH Hausbesitz GmbH & Co. KG

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Das denkmalgeschützte Ensemble NEUE WEST befindet sich auf einem 1500 qm großen Grundstück der ANH Hausbesitz in der Potsdamer Straße 91 in Berlin Tiergarten. Es besteht aus fünf individuellen Gebäudetypen, die um einen langgestreckten Innenhof gruppiert sind. Im 19. Jahrhundert gehörte das Stadtquartier an der Potsdamer Straße zwischen Tiergarten- und Bülowstraße zur feinsten Adresse Berlins. Auch zwanzig Jahre nach dem Mauerfall erwacht die Potsdamer Straße erst langsam aus ihrem Dornröschenschlaf.

Mit dem Projekt Neue West wurde ein hervorragendes Beispiel an innovativer Stadtentwicklung umgesetzt. Die denkmalgeschützten Häuser wurden, in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt, durch drei individuelle und außergewöhnliche Dachgeschosse erweitert. Alle Bauteile wurden entsprechend der historischen Befunde und Untersuchungen nach den bauzeitlichen Vorgaben von 1800 wieder hergestellt.

Neue West wurde von der Jury auf Grund der herausragenden konzeptionellen Idee und der gelungenen Aufwertung des Quartiers Potsdamer Straße mit dem Gold Award 2016 in der Kategorie Gewerbe ausgezeichnet. Durch die sehr aufwendige Sanierung wurde mit Sinn und Verstand ein kultureller Ort für Gewerbe und Kunst geschaffen. Durch den Nutzermix und den offenen Innenhof trägt NEUE WEST nachhaltig zur Aufwertung der Potsdamer Straße bei und stellt einen markanten Startpunkt zur Wiederbelebung und nachhaltigen Durchmischung des Quartiers dar.

 

Gold Gewinner / Kategorie Wohnen: VIER, Hannover

Projektadresse: Günther-Wagner-Allee / Carl-Hornemann-Str., 30177 Hannover
Architekt: BKSP, KSW, OMP, BTP
Projektentwickler: Gundlach GmbH & Co. KG Bauträger
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Die Marke VIER wurde zusammen mit dem imug Institut für Markt-Umwelt-Gesellschaft e.V. geschaffen, indem Lebens- und Konsumstile, Wohntrends und Megatrends untersucht und zusammen mit Architekten, Künstlern und Nachbarn bewertet wurden. So entstand die bedürfnisorientierte Leitidee auf einer ehemaligen Industriebrache vier Wohnstile in einem neu entstandenen Wohnquartier zu verwirklichen.

Vier Architekten interpretierten die vier definierten Wohnstile „Komfortabel“, „Nachhaltig“, „Entspannt“ und „Extravagant“. Damit schufen sie eine einzigartige Bandbreite an unterschiedlichen Wohnungen für einen bunten Mix unterschiedlicher Zielgruppen und Bedürfnisse. Entstanden sind dabei acht Gebäude mit 168 Wohnungen.
VIER schafft ein völlig neues, überaus individuell und vielfältig angelegtes Wohnangebot für den mittleren und gehobenen Anspruch. Auch im Design formulierte jeder Architekt im Sinne der Vielfalt seine eigene Auffassung.

 

Allerdings wurden den Zusammenhalt prägende Komponenten wie z.B. einheitliche Materialen, sich wiederholende Abmessungen und abgestimmte Höhenbezüge verbindlich festgelegt. Auch die einheitliche Gestaltung des Innenhofes dient als zusammenhaltendes Glied. Das VIER bietet attraktiven Möglichkeiten der Teilhabe an halböffentlichen Freiräumen, an einem erweiterten Angebot für Dienstleistungs-, Versorgungseinrichtungen und Kinderbetreuung. Das Ensemble VIER wurde als beispielhafte Quartiersentwicklung von der Jury mit dem Gold Award in der Kategorie Wohnen ausgezeichnet. Das außergewöhnliche und durch seine Diversität in der Bewohnerschaft lebenswerte Quartier öffnet sich durch die aufgelöste Blockrandbebauung zum Viertel und wird so zum integralen Bestandteil desselben. Das Ineinandergreifen der verschiedenen Wohnstile kombiniert mit einem sehr hohen Nachhaltigkeitsanspruch überzeugte die Jury.

 

Gewinner Silber / Kategorie Gewerbe: Quartier B. Kühlen, Mönchengladbach

Projektadresse: Neuhofstr. 48, 41063 Mönchengladbach
Architekt: Hartmann Architekten BDA, Dipl.-Ing. Holger P. Hartmann
Projektentwickler: Schleiff Denkmalentwicklung GmbH & Co. KG
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Fünfzehn Jahre lang standen die Gebäude der 1825 gegründeten Druckerei B. Kühlen und das 9000 qm große Firmengelände in der Mönchengladbacher Innenstadt brach. Viele Versuche, die leerstehende Industriebrache zu entwickeln, scheiterten an den Herausforderungen, die Gebäude und Gelände mit sich brachten. Zähen Verhandlungen mit Insolvenzverwaltern und Grundpfandrechtsgläubigen aus den USA, die tiefgehende Altlast sowie die Entsorgung des Chromat 6 im Erdreich, statische Herausforderungen beim Erhalt der historischen Fassade: Es galt viele Hindernisse zu bewältigen.
Beim Umbau blieb die identitätsstiftende Backsteinfassade an der Neuhofstraße erhalten. Alles andere wich einem Bürobau nach neuestem Standard. Diese Verbindung aus Alt und Neu schuf einen stadtteilprägenden Ort mit hoher Aufenthalts- und Lebensqualität.
Neben rund 5.000 qm an modernen Büroflächen entstand eine parkähnliche Landschaft unter Bäumen, die als Naturdenkmäler deklariert sind. An historischem Ort eröffnet sich ein einladender und kommunikativer Ort für alle.
Die Jury war von der Schaffung eines modernen Stadtquartiers mit historischem Ambiente sehr beeindruckt. Da trotzt der vielen Unwegsamkeiten keine Kosten und Mühen gescheut wurden, die Umnutzung des ehemaligen Druckereigeländes zu einem belebten, historisch gewachsene Areals zu wagen, zeichnet die Jury das Quartier B. Kühlen mit dem Silber Award in der Kategorie Gewerbe aus. Der herausragende Umgang der Projektentwickler mit den Hindernissen und Problemstellungen ist wegweisend. Das Quartier B. Kühlen setzt neue Impulse für den gesamten Stadtteil Eicken. Die zusätzliche Entwicklung der angrenzenden Grundstücke mit Wohnungsbau wird den Charakter des Stadtteils weiter prägen und aufwerten.

 

Gewinner Silber / Kategorie Wohnen: Stadtmolekül, Halle-Saale

Projektadresse: Domplatz 6a, 06108 Halle-Saale
Architekt: cappellerarchitekten
Projektentwickler: cappellerarchitekten
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Einst als Getreidelager, Verkaufsstätte und Galerie genutzt, wurde in dem Denkmals aus dem Baujahr 1865 barrierefreier und bezahlbarer Wohnraum im Zentrum Halles geschaffen. Als STADTMOLEKÜL, also ein Teilstückchen der Altstadt am Domplatz, wurde dieses alte Fachwerkhaus behutsam erhalten und restauriert.
Beim Konzept zum Umbau des Gebäudes stand der schonende Umgang mit der historischen Bausubstanz und deren Erhaltung im Vordergrund. Auf optimale Weise wurde eine Verbindung von Denkmalschutz, Energieeffizienz und Brandschutz geschaffen.
Frei interpretierbare Wohnungen bieten allen Generationen eine hohe Qualität von innerstädtischem Wohnen in historischer Substanz. Das Projekt ist anspruchsvoll gestaltet, klar strukturiert und durch die frei interpretierbaren Grundrisse flexibel nutzbar.
Ein gestalterischer Kontrapunkt zur Prägnanz des alten Fachwerkspeichers sind die neuen Elemente und Materialien in der Fassade und in den Innenraumausbauten. Der besondere Wert der Holzstruktur wurde erhalten und kontrastiert mit modernen Materialien und individuellen Details.
Dieses Herzblutprojekt wurde von der Jury mit dem Silber Award in der Kategorie Wohnen gekürt. Die Jury würdigt die vorbildliche Verbindung von Denkmalschutz und Energieeffizienz mit der Schaffung von barrierefreien und kostengünstigen Wohnungen mitten in der Stadt. Durch vorbildlichen Umgang mit der Altsubstanz und der Liebe zum Detail entstand an historischem Ort ein wohn- und lebenswertes Objekt, das nicht nur restauriert, sondern neu interpretiert wurde. Die Partizipation der Nachbarschaft und der künftigen Bewohner wertet das Quartier nach langem Leerstand auf und trägt zur Revitalisierung der Innenstadt bei.

 

Gewinner Bronze / Kategorie Gewerbe: ProLog im Cluster Smart Logistik, Aachen

Projektadresse: Campus-Boulevard 55, 52074 Aachen
Architekt: Meyer en van Schooten
Projektentwickler: Landmarken AG
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Das Gebäude ProLog wurde auf dem größten technologieorientierten Campus Europas als erstes Projekt des Clusters Smart Logistik realisiert. ProLog steht für das Zusammenbringen von Produktion und Logistik und als Sinnbild für die Innovation produktionslogistischer Prozesse.

Sowohl das Gebäude, als auch der Campus zeichnen sich durch ein europaweit einzigartiges, intensives Wechselspiel zwischen akademischer Welt und Wirtschaft aus. Das wichtigste Anliegen des Gebäudeentwurfs ist es deshalb, eine optimale Interaktion zwischen den Nutzern zu schaffen. Hier wird eine großflächige Forschungshalle mit Büros und einem großen Atrium verbunden. Das Atrium, Herzstück des Entwurfs, reicht von der Werkhalle über die Ebene der Innovations-Labore bis zu den Büros in den oberen Etagen.

Eingebettet in das Forschungscluster Smart Logistik ist das Gebäude auf eine völlig neue Form der Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Partnern ausgerichtet: Hier befinden sich Forschung und Produktion unter einem Dach mit wechselseitigen Interaktionen. Ziel ist die thematische Kooperation zwischen Hochschule und Unternehmen, um so neue Wege in der Produktentwicklung und -innovation zu beschreiten.

Aufgrund der gelungenen Synergie zwischen Forschung, Produktion und Architektur wählte die Jury das Projekt ProLog zum Bronze Gewinner in der Kategorie Gewerbe. Hier wird man den neuen Anforderungen an die Industrie 4.0 gerecht - und das Gebäude bildet dafür die Grundlage. Komplexe Zusammenhänge in der Logistik werden hier in realen Produktions- und IT-Umgebungen erlebbar gemacht. Das Gebäude ProLog gilt als Initialzündung innerhalb des Clusters Smart Logistik der RWTH Aachen, deren städtebauliches Konzept überzeugende Impulse setzt.

 

Gewinner Bronze / Kategorie Wohnen: Paragon Apartments, Berlin

Projektadresse: Danziger Straße 73-78, 10405 Berlin
Architekt: GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH
Projektentwickler: Trockland Management GmbH
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Das Wohnquartier Paragon Apartments entstand aus dem Umbau und der Erweiterung eines ehemaligen Krankenhauses im Prenzlauer Berg. Mit 217 hochwertigen Mietwohnungen, Gemeinschaftsraum, Kindergarten, Café und Bio-Supermarkt wird es verschiedenen Ansprüchen gerecht und bietet den Mietern einen positiven Mehrwert.
Das Ensemble aus Bestandsgebäude und zwei Neubauten ist optisch durch eigens entwickelte Kuben zusammengefasst, die das besondere Design des Projektes ausmachen. Der geschaffene Wohn-Grundkubus bildet einen neuen, maßstäblich sehr effizienten 2-Zimmer-Typus mit Loftcharakter ab. Die Fertigbauteile der Kuben lockern die Fassade auf und dienen als Balkon sowie gleichzeitig als Sonnenschutz. Die Sonder-Isokörbe fügen dem Komplex nicht zuletzt ein architektonisch einmaliges Aussehen hinzu, indem sie als teilweise stockwerkübergreifenden Fassadenelemente zueinander versetzt oder verschoben angeordnet sind, wodurch das Bild einer dreidimensionalen Bewegung auf der Fassade entsteht.
Die Jury wählte die städtebaulich wohltuenden PARAGON APARTMENTS zum Bronze Gewinner in der Kategorie Wohnen. Die Herausforderung, das ehemalige Krankenhausgebäude in einem Neubau zu integrieren, wurde hier auf einzigartige Weise gemeistert. Das Alte und das Neue verwachsen dabei zu einem integrierten Gesamtensemble. Der integrierte Altbau wirkt durch die geschaffene Kleinteiligkeit der kubistischen Architektur nicht erschlagend, sondern fügt sich städtebaulich hervorragend ein und erweitert das Quartier um einen vielseitig nutzbares Gebäude.